„Ich wage zu sagen, dass die Linie, die ich mit meinen Füßen ziehe, um ins Museum zu gehen, wichtiger ist als die Linien, die man innen im Museum auf Bildern aufhängt, aufgehängt vorfindet.“
(Friedensreich Hundertwasser)
Unsere diesjährige Fortbildungsreise Kunst, geplant und organisiert durch den Fachverband für Kunstpädagogik (BDK), führte uns in die schöne Stadt Wien. Eine Stadt nicht nur reich an Geschichte, Architektur und Kaffeehäusern, sondern vor allem reich an Kunst und Kultur, breitete sich für vier Tage lang vor unseren Augen und unter unseren Füßen aus und beschenkte uns mit unzähligen Impressionen und Inspirationen.
Nach einer zwar langen Anreise, die bei leckerer Verpflegung und schönen Gesprächen die 10 Stunden kaum spüren ließ, war unser erster Halt in Bratislava im DANUBIANA -Meulensteen Art Museum eine großartige Belohnung. Ein sehr modernes Museum in spektakulärer Lage und Architektur überraschte uns mit seinen Kunstwerken in einer sehr abwechslungsreichen Galerie inmitten eines Skulpturengartens und umgeben von Donauwasser. Ein Hingucker zum Weitersagen!
Angekommen in Wien war unser erster Programmpunkt das Hundertwasser-KUNSTHAUSWIEN. Aus Sachsen-Anhalt stammend natürlich nicht ohne Vorwissen erfuhren wir während einer sehr ausführlichen Führung durch die Ausstellungsräume trotzdem viel Neues und Interessantes, vor allem die ganz persönliche Beziehung Hundertwassers zur Stadt Wien und dem Streben einer Stadt nach einer umwelt- und klimabewussten Lebensweise. Dieser erste Tag fand seinen Ausklang für die einen von uns im Kabarett mit viel österreichischem Humor und für die anderen bei einer gemütlichen Weinrunde im Foyer des IBIS Hotels in der Schönbrunner Straße.
Am nächsten Tag erfuhren wir während einer sehr lebendig und anschaulich erzählten Stadtführung alles über die Geschichte und die Menschen Wiens, teilweise sogar mit gesanglichen Interpretationen in der Gruppe…“Am Brunnen vor dem Tore, …“ Die Liebe Wiens zu Tradition und zum Detail ließ sich sehen und spüren. Wir folgten neugierig dem kurzweiligen und herzerfrischenden „Nähkästchengeplauder“ unserer österreichischen StadtführerInnen, die uns mit kulinarischen Tipps für die Mittagspause in der Innenstadt verabschiedeten (Schnittchen im TRZESNIEWSKI und Süßes im Cafe HAWELKA…). Spätestens jetzt hatte die Stadt Wien jeden von uns ´gefangen´.
Nach einer Besichtigung des mächtigen Kirchenbaus, dem STEPHANSDOM inmitten der Altstadt Wiens, fuhr unser Reisebus uns zum Schloss BELVEDERE. Bei schönstem Sonnenschein war hier ein Spaziergang im Schlossgarten möglich und ergab eine Frischluftpause zwischen den Galerien im Oberen und im Unteren Belvedere…. Hier konnte man eintauchen in höchsten Kunstgenuss, um am Abend erschöpft aber glücklich mit Bildern von Klimt, Schiele, Renoir, Degas, Pissarro, Cezanne… u.v.m. im Kopf einzuschlafen.
Ausgeruht und am täglich reichlichen Frühstücksbuffet im Hotel gestärkt, besuchten wir am vierten Tag unserer Reise das Kunsthistorische Museum im MUSEUMSQUARTIER. Und wieder kamen wir in den Genuss einer Museumsführung durch die Ausstellung diesmal alter Meister wie Bruegel, Cranach, Rubens…u.v.m. Obwohl wir alle glaubten, Bilder wie „Jäger im Schnee“ von Pieter Bruegel d. Ä. detailgenau zu kennen, entdeckten wir dank eines höchst bildauflösenden Programms so viel Neues und nie Gesehenes, dass wir staunten wie die Kinder einer Schulklasse in einer äußerst erfolgreichen Kunstunterrichtsstunde. In solchen Momenten wird einem bewusst, warum Kunst zu lehren ein so schöner Beruf ist und warum es uns so viel Freude macht, Kindern die Malerei näher zu bringen.
Nach einer ausgiebigen Mittagspause in der Stadt mit Spaziergängen, Souvenirsuche, Wiener Schnitzel essen oder Sachertorte naschen, trafen wir uns nachmittags in der SECESSION mit ausgestellter zeitgenössischer Kunst in moderner zeitloser und zweckmäßiger Architektur. Das sich dort befindende BEETHOVENFRIES von KLIMT zeigte uns in einem hierfür separat eingerichteten Raum in Bild und Ton die enge Verbindung von Musik und Kunst, Klang und Farbe, Töne und Formen… Wien, wie es lebt!
Auch der letzte Tag in Wien vor unserer Rückfahrt war gut organisiert und schön gestaltet mit viel Kunst im ALBERTINA: der Ausstellung „Monet bis Picasso“ – ein Weg in die Moderne, sowie einer interessanten zeitgenössischen Fotoausstellung von Jitka Hanzlova und einer imposanten modernen Ausstellung mit Lichtinstallationen. Anschließend war Zeit z.B. für den Naschmarkt oder Entspannung in einem der Wiener Kaffeehäuser.
Den Abschluss und wie sich später herausstellte auch das i-Tüpferl der tollen Reise nach Wien bildete der Besuch eines Konzertes in der KARLSKIRCHE. Die 4 Jahreszeiten von VIVALDI sind jedem bekannt, und doch kommt man klassischer Musik live erlebt noch einmal näher…und NAH auch in Bezug auf die Premium-Plätze in den vordersten Reihen!
Die Rückfahrt am 6. Tag der Reise war etwas leiser, dafür schneller… unsere Köpfe steckten voller schöner Erinnerungen, ein Zettel mit Ideen für 2026 zur Abstimmung ging durch die Reihen (Platz 1: Straßburg mit Colmar)… und viele von uns kehrten auch mit Freude auf die folgende zweite Ferienwoche heim – vielleicht mit Zeit für eigenes Kunstschaffen.
DANKE an das Team für die tolle Organisation und Planung der Reise und DANKE auch an unseren Busfahrer für seine Ruhe und Gelassenheit in allen Situationen!

