Direkt zum Inhalt springen

BDK-Bildungsfahrt nach Oslo

redaktionsn in Bildungsveranstaltungen / Events 3 Min. Lesezeit 1. April 2014

vom 21. – 26.10.2014  »  Kartenausschnitt

Programm:

  • 22.10.2014: Oper, Vigeland-Skulpturenpark, Vigeland-Museum
  • 23.10.2014: Nationalgalerie, Munch-Museum, Museumsinsel Bygdoy
  • 24.10.2014: Stabkirchen in der Umgebung von Oslo
  • 25.10.2014: Kinderkunstmuseum, Museum für zeitgenössische Kunst

Eine Reise der besonderen Art

von Freya Hollenbach

Langsames Gleiten entlang des Fjordes mit der Nachtfähre von Kopenhagen nach Oslo. Kein Wellengang, kein Sturm. Am Morgen des 22.10.2014 tauchte vor uns die Oper von Oslo, das einem treibenden Eisberg nachempfundene Gebäude, aus dem Wasser auf. Phantastisch, wie dieser Anblick, wurden für 27 Kolleginnen und Kollegen aus Sachsen die Tage in Oslo und Umgebung.
Die Bezüge zu Dresden wurden für uns sofort sichtbar:
Seit Mai 2010 liegt im Hafenbecken, 60 m vor der Oper, die Skulptur der italienischen Künstlerin Monica Bonvicini, welche in Anregung des Gemäldes „Das Eismeer“ von Caspar David Friedrich entstand.
Im Inneren der Oper erlebten wir während unserer Führung ein Beispiel für ganzheitliche Kunst, basierend auf Blickpunkten, Räumen, Funktionen, Farben, Materialien, Oberflächenbehandlungen und Lichttechnik.

Gustav Vigeland, wohl der bedeutendste Bildhauer Norwegens, wurde in seinem naturalistischen Werke von Auguste Rodin beeinflusst. Das Werk, das ihn berühmt gemacht hat, entstand in einem 40 Jahre dauernden Schaffungsprozess. Es handelt sich um die größte Figurensammlung, die von einem Menschen alleine jemals geschafft wurde. Der rund 32 ha große Park, ein Teil der norwegischen Hauptstadt Oslo, wurde nach seinem Künstler benannt: der Vigeland-Skulpturenpark. Fast als alleinige Touristen hatten wir das Vergnügen den im Sommer fast übervölkerten Park zu durchschreiten und uns im Vigeland–Museum weitere Arbeiten zu betrachten.

Edvard Munch hat unter den skandinavischen Malern als einer der Vorreiter des Expressionismus eine besondere Position.
Die Sammlung des Munch-Museums besteht aus dem Vermächtnis des Künstlers an die Stadt Oslo. „Der Schrei“, das momentan teuerste Werk der Welt – von uns als Reproduktion schon häufig im Unterricht besprochen – endlich standen wir vor einem der Originale. Wie hat er die Farbe aufgetragen? Inwiefern sind für uns Pinselspuren sichtbar? Sieht man noch die „Verletzungen“ des ehemals gestohlenen Bildes?
„Wir wollen versuchen, ob wir nicht und wenn es uns selbst nicht gelingt, so doch wenigstens den Grund für eine Kunst legen können, die dem Menschen geschenkt wird, und zwar eine Kunst, die wir mit unserem Herzblut geschaffen haben, eine Kunst, die den Menschen gefangen nimmt und erfreut.“ so Edvard Munch.
Uns haben seine Bilder gefangengenommen.
Und mit Sicherheit nicht nur uns, sondern auch unseren norwegischen Reiseleiter, welcher uns nicht nur die Werke von Edvard Munch, sondern auch die des Kinderkunst-Museums und die der Nationalgalerie auf seine einprägsame und von nordischer Freude durchzogenen Vortragsweise näherbrachte.
Er sprach von dem „Wir“ in der Stadt Oslo, und unsere Reisegruppe wollte viel wissen, vor allem auch von den Wikingern, deren Schiffe aus dem 9.Jahrhundert wir im norwegischen Wikingerschiffmuseum bestaunten.
Die Schiffe waren unterschiedlich, wenn auch ihre Größe bestimmten Regeln folgte. Daher konnten sie von weitem identifiziert werden. In der Egils Saga heißt es: „Kveldulf und sein Sohn Skallagrim spähten im Sommer immer gut aus auf ihrer Fahrt an der Küste.“

Für uns gab es als einen weiteren Programmpunkt die Fahrt zu der größten und bedeutendsten Stabkirche Norwegens, nach Heddal. Während unsere gespannten Blicke auf die vorbeiziehende norwegische Landschaft gerichtet waren, erreichte uns der Anruf von der dortigen Kirchenführerin im Bus: „Möchten Sie Möhrenkuchen?“. So viel norwegische Gastfreundschaft war wirklich beeindruckend.

Die Nachtfähre lag wieder im Hafen von Oslo. Diesmal brachte sie uns mit einem jedoch weitaus stürmischeren Meer von Oslo nach Frederikshavn, aber inzwischen waren wir etwas „fährerfahrener“, und so genossen wir das Buffet an Bord und die bereichernde Atmosphäre.

Bleibt eigentlich nur noch, uns zu bedanken bei dem Reisebüro Scheibner-Reisen für eine sichere Fahrt und gute Logistik, aber vor allem bei Axel Roscher und Andreas Böhme für eine bis ins letzte Detail vorbereitete Reise und eine „Wohlfühlatmosphäre“ an Bord. Danke!

Freya Hollenbach

Verwandte Beiträge

Zum Blog