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BDK-Mitteilungen 3.2026

Beigetragen von sstarosky in Aktuelles 2 Min. Lesezeit 10. August 2026

Editorial Heft 3/2026

Liebe Leser*innen,

statt des üblichen Editorials hier zwei Szenarien, die sich real so abgespielt haben.

1.: Mitte Juni dieses Jahres feierte der Wagenbach-Verlag in der Staatsbibliothek Unter den Linden in Berlin in größerer Runde das Erscheinen des 100. Bandes seiner Reihe Kleine Kulturwissenschaftliche Bibliothek. Aus diesem Anlass wurde zu zwei Podiumsdiskussionen mit Autor*innen der Reihe geladen. Die zweite Runde bestritten fünf Kunsthistoriker*innen und -wissenschaftler*innen, darunter zwei der prominentesten Vertreter ihrer Zunft. Die Diskussion der Runde kreiste um die zentrale Frage, ob gesamtgesellschaftlich zu wenig über Bilder gesprochen werde – angesichts der Bilderflut im Digitalen und der Herausforderungen KI-generierter Bildwelten ein relevantes Thema. Man argumentierte, wog Positionen ab, stritt moderat und fand einen Konsens darüber, dass es „irgendwie schon gut“ und äußerst sinnvoll wäre, wenn jemand einen umfassenden und kompetenten Umgang mit Bildern angesichts der beschriebenen Herausforderungen vermitteln würde. Die Begriffe Kunstpädagogik oder gar Kunstunterricht und Schulefielen an keiner Stelle. Fragen an das Podium waren nicht vorgesehen.

2.: An einem Gymnasium in Hagenow, Mecklenburg-Vorpommern, ist ein Drittel des Abiturjahrgangs im zurückliegenden Schuljahr durch die Prüfung gefallen. Der übliche Landesschnitt liegt zwischen vier und sieben Prozent. Während der Abschlussrede kritisiert eine Schülerin, die selbst nicht bestanden hat, mit deutlichen Worten die Umstände, die zu diesem Ergebnis geführt haben: massiver Unterrichtsausfall, wiederholter Wechsel von Lehrkräften, veraltete Unterrichtsmaterialien und -methoden, verkrustete Strukturen zwischen Lehrenden und Lernenden sowie insgesamt eine mangelhafte Vorbereitung auf die Prüfungen. Das Schlusswort der Rede ist hier nicht zitierfähig, es steht jedoch exemplarisch für den Grad an Verzweiflung, der mittlerweile auf vielen Ebenen im Bildungssystem erreicht ist. Eine erste Stellungnahme des verantwortlichen Schulamtes hielt dagegen, fiel aber recht kleinlaut aus. Allein in Mecklenburg-Vorpommern sind im letzten Schuljahr 350.000 Unterrichtsstunden ausgefallen.

Es bleibt viel zu tun!

Trotz allem: Eine spannende Lektüre dieses Heft es wünscht Ihnen

Tobias Thuge für die Redaktion der BDK-Mitteilungen

Inhaltsverzeichnis BDK-Mitteilungen 3/2026

 

Multiperspektivische, bildorientierte Kunstdidaktik

Julia Wendemuth

Begabungsförderung im digitalen Raum

Die „Werkstatt Kunst“ der „Digitalen Drehtür“

Jana Tiborra

 

Fremde Medien im Kunstunterricht richtig verwenden

Technisch möglich – aber auch rechtlich erlaubt?

Sophia Charlotte Keller & Nicolas Thöne

 

Den Alltag gestalten

Zu den Motivationen ästhetischen Verhaltens bei Erwachsenen

Marie-Luise Dietl

 

Bekannt, beliebt – banal?

Populäre Kunstgeschichte als Herausforderung

Andreas Zeising

 

„Kulturelle Bildung in der Schule“

Drei Informationsveranstaltungen an den Pädagogischen Zentren in Brandenburg

Claudia Schümann, Judith Schäfer & Sabina Meier Zur

 

Zeitbasierte Kunst erleben, Wahrnehmungsräume schaffen

Werkannäherungen im projektorientierten Kunstunterricht

Elisabeth Oczkowski

 

Unterrichtspraxis

Raum für Träume

Die Frottage-Technik als Experimentierfeld

Marie-Luise Dietl

 

Unterrichtspraxis

Über Farben sprechen

Farbton, Sättigung und Helligkeit als Eigenschaften von Farbe erfahrbar machen

Theres Steingräber

 

Laudatio

Historische Tiefenschärfe und ästhetische Erfahrung

Wolfgang Legler zum Achtzigsten

Johannes Kirschenmann

 

Tagungsbericht

Un_Masculinities. Männlichkeiten im Kunstunterricht verlernen?

Kunstpädagogischer Tag 2026 an der Kunsthochschule Mainz

Julia Weinand & Bernd Kuhnt

 

Tagungsbericht

Create. Think. Change.

Fachtag Kulturelle Bildung für Brandenburger Lehrkräfte

Cindy Reinhardt

 

Bücher/Medien

Personalia

Mitteilungen

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