Wichtige Botschaft für die künstlerischen Schulfächer


Eine Verlinkung dieses Artikels auf der BDK-Facebook-Seite hat eine kontrovers geführte Diskussion ausgelöst, die deutlich zweigt, wie schwer eine sachliche Argumentation bei diesem Thema ist. Engagierte KollegInnen, die schon lange per Seiteneinstieg in die Schule kamen fühlen sich angegriffen, andrere preisen den Vorteil der Erfahrung aus anderen Berufszweigen, die der Schule gut täten, manche sehen die Auflösung des Beamtentums und eine einheitliche Bezahlung als Allheilmittel an, auch die Ausbildung an den Hochschulen wird kritisiert. Argumente, die aus der jeweiligen Sicht stimmen mögen, doch führen sie trotzdem am Kern vorbei. Der BDK hat sich in einer Stellungnahme deutlich zur Problematik geäußert und klar gestellt, dass der Verband nicht engagierte Quereinsteiger angreift, sondern sich gegen ein System wehrt, dass den Seiteneinstieg und die Kurzausbildung als gängige Praxis ausbaut. Schon werden Hochschulen bundesweit angehalten, Seiteneinsteigerqualifikationen zu entwickeln.

“Flaute im Zeichensaal” schon 2007 war der Mangel ein Thema. Zeichnung aus den Informationen des BDK SH von Birgit Joost
Die Argumente seitens der Bildungsministerien diese Aktionen mit mangelnden HochschulabsolventInnen und Fachkräftemangel zu begründen, greifen nicht so recht. So mag in ländlichen Regionen die Unterrichtsversorgung dramatisch erscheinen, das darf aber nicht dazu führen ein neues Schmalspur- Ausbildungssystem parallel zur Hochschulausbildung zu installieren. Lange Zeit war Kunst trotz vorhandener Lücken in der Versorgung nicht als Mangelfach ausgewiesen und selbst mit einer guten Note war oft keine Stelle zu bekommen. Am Beispiel Brandenburgs (s.Beitrag auf der Homepage) mit der Auflösung der Kunstpädagogikausbildung zeigt sich ebenso, wie der Versorgungsmangel entstehen kann.
Ein kostengünstiges ,Studium light” erscheint nun attraktiver – die Frage nach der Qualität bleibt allerdings unbeantwortet.
Vielleicht wird es letztendlich so: “…Lücken könnten intelligente Computer schließen” meint Rose Luckin, Professorin an der London’s Global University. … Zum Glück soll künstliche Intelligenz aber Lehrer nicht ersetzen, sondern nur unterstützen. („Digital Life Design“-Konferenz 2017 München)
