BDK-NRW-Gesprächsrunde
Sonnja Genia Riedl – in Kooperation mit Markus Pfänder
Elektronische Musik, ihre Geschichte und Verbindungen zur visuellen Kunst im Kontext von KI, Filter, CNN, GAN.
Teil 2: Audio(visuelle) Interfaces.
Mit Praxis-Beiträgen zur historischen, technischen und didaktischen Verortung audiovisueller Bezüge in Kunst- und Mediengeschichte und Kunstpädagogik
Mittwoch, 16. September 2026, 18.15–20.00 Uhr
Wo überschneiden sich Medien- und Musiktheorie, Musik- und Kunstpädagogik? Wie können Bilder zum Klingen gebracht werden und auditiv bespielt werden? Welche modularen Audio-Kits sind für den education-Bereich momentan erschwinglich und empfehlenswert? Welche Apps verbinden Audio und Visuelles auf interessante Art und Weise?
Vorgestellt werden einflußreiche Künstlerinnen und Künstler wie Nam June Paik und Charlotte Moormann, aber auch unterschiedliche interessante Persönlichkeiten aus der Szene der Entwicklung elektronischer Musikinstrumente, wo sich Visuelles und Auditives begegnen, wo sich Klang und Bild treffen: Robert Langer (tangiblewaves mit AE_modular), Leo Gomberg (microrack), Pit Przygodda (silhouette-synthesizer), Bastien Lavaud (syntonie), Paul Tas (errorinstruments), Peter Jung (pitchgrid), Sasha Pas (playtronica). Angesprochen werden zudem aktuelle Medienkünstlerinnen und Medienkünstler wie NONOTAK studio mit Noemi Schipfer und Takami Nakamoto, Look Mum No Computer mit Sam James Bartle, VJ SicoVaja – Valerie Holmeier vom DigitalAnalog Festival, Olivia Jack aus Bogotá, Columbien als CEO von hydra sowie als Künstlerin Emily Alison Zhou mit ihrem legendären Artikel ‘Machine Poetics’ im e-flux Magazin als Kommentar zu glitch und noise als Teil des Vokabulars vom technischem Versagen (e-flux.com/journal/117/385623/digging-and-sinking-and-drifting-allison-parrish-s-machine-poetics | e-flux Magazin, 2021-04).
Im Anschluß an die Präsentation zur Vermittlung kunstpädagogischer, -didaktischer, digitaltechnischer und gestalterischer Prinzipien besteht Gelegenheit zum kollegialen Austausch über einen schüler- und fachangemessenen Umgang mit Geschichte, Begrenzungen und Möglichkeiten der digitalisierten Welt.
Anmeldung
https://bdk-online.info/nw/anmeldung_elektronische_musik_visuelle_kunst_2/
Auch Nicht-Mitglieder des BDK sind als Teilnehmerinnen und Teilnehmer herzlich willkommen.
Geplant, koordiniert und durchgeführt wird die Reihe von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Planungsrunden der BDK-NRW-AG „Kunstpädagogische Bildung in der digitalisierten Welt“ (Dr. Jonathan Drews, Christian Hein, Prof. Dr. Ulrich Heinen, Dr. Joachim Penzel, Markus Pfänder, Sonnja Genia Riedl, Stephan Schimmelpfennig und Sabine Steinmann).
Die AG begreift kunstpädagogische Bildung als Selbstbefreiung der Schülerinnen und Schüler aus den psycho- und sozialtechnisch erzwungenen Abhängigkeiten, die mit der digitalisierten Welt – stets zumindest auch – einhergehen. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern in den herrschenden Verhältnissen hierzu eine breite Erfahrungs-, Handlungs- und Reflexionsbasis zu eröffnen.
Unter dem Primat des Kunstpädagogischen entwickelt die AG konkrete kunstdidaktische Wege jenseits jeder affirmativen Adaption von Schülerinnen und Schülern an eine vermeintliche Alternativlosigkeit des „Postdigitalen“. Ausgelotet wird dagegen, ob und wie etwa eine produktive Spannung zwischen Digitalem und Leiblichem nicht nur technische und mentale Mittel bereitstellen, sondern Impulse geben kann für ein selbstbestimmtes und gerade im Verhältnis zur Technik souveränes Leben – in mündiger Mitverantwortung für sich, ihre soziale Gemeinschaft sowie die lebendige und die materielle Umwelt. So eröffnet kunstpädagogische Bildung Erfahrungsräume, in denen Schülerinnen und Schüler eigene Formen des Sehens, Urteilens und Gestaltens entwickeln können, um digitalen Bedingungen nicht bloß ausgesetzt zu sein, sondern ihnen kritisch, schöpferisch und verantwortlich zu begegnen.
Bildnachweis: Bildarchiv Sonnja Genia Riedl