Die BDK-NRW-AG “Kunstpädagogische Bildung in einer digitalisierten Welt” lädt ein zur Online-Auftaktveranstaltung einer kollegialen Vortrags-, Diskussions- und Workshopreihe:
BDK-NRW-Gesprächsrunde
Markus Pfänder
Tiny Houses – Verknüpfung von digitalen und leiblich/physischen Entwurfsprozessen zur Konkretisierung individueller Wohnkonzepte
Mittwoch, 20. Mai 2026, 18.15–19.15 Uhr (Online)
Am konkreten Beispiel eines Gestaltungsprojekts, das für Schülerinnen und Schüler lebensweltlich hochmotivierend ist, zeigt die Veranstaltung, wie die Spezifik leiblich/physischer und digitaler Entwurfsverfahren erschlossen werden kann. Die Unterrichtsreihe ermöglicht, solche Verfahren aus eigener Erfahrung fundiert zu beurteilen, zu reflektieren und für die eigene Vorstellungsentwicklung gezielt auszuwählen.
Orientierung bietet dabei ein alternierender Zugang zur Bandbreite professioneller Arbeitsprozesse des Architekturentwurfs:
- Vom Körper zum Raum: Von Leiblichkeit und Alltagsaktionen zur Grundrißplanung
- Kontext: Tiny House-Konzepte in der Architekturgeschichte
(Urhütte, Le Corbusier/Fujimoto/Renzo Piano) - Raumwahrnehmung in Innen-/Außenbereichen
- Materialität, Digitalität & KI: Erarbeitung und Reflexion von Bild-, Farb- und Materialrecherche in physischer Präsenz und KI-gestützter Simulation
- Verantwortung: Ökologie/Klimawandel und Architektur
- Simulation und Erfahrung: Risse/Außenwirkung/Umfeld
- Umsetzng: Rendering und Modellbau (CAD, 3-D-Druck und realräumliche Abwicklung)
Im Anschluß an eine Präsentation und die Vermittlung kunstpädagogischer, -didaktischer, digitaltechnischer und gestalterischer Prinzipien anschließend besteht Gelegenheit zum kollegialen Austausch über einen schüler- und fachangemessenen Umgang mit den neuen Begrenzungen und Möglichkeiten der digitalisierten Welt.
Anmeldung
https://bdk-online.info/nw/tiny-houses-entwurf_bdk_nrw_kunstpaedagogik_digitale_welt/
Auch Nicht-Mitglieder des BDK sind als Teilnehmerinnen und Teilnehmer herzlich willkommen.
Geplant, koordiniert und durchgeführt wird die Reihe von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Planungsrunden der BDK-NRW-AG “Kunstpädagogische Bildung in der digitalisierten Welt” (Dr. Jonathan Drews, Christian Hein, Prof. Dr. Ulrich Heinen, Dr. Joachim Penzel, Markus Pfänder, Sonnja Genia Riedl, Stephan Schimmelpfennig und Sabine Steinmann).
Die AG begreift kunstpädagogische Bildung als Selbstbefreiung der Schülerinnen und Schüler aus den psycho- und sozialtechnisch erzwungenen Abhängigkeiten, die mit der digitalisierten Welt – stets zumindest auch – einhergehen. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern in den herrschenden Verhältnissen hierzu eine breite Erfahrungs-, Handlungs- und Reflexionsbasis zu eröffnen.
Unter dem Primat des Kunstpädagogischen entwickelt die AG konkrete kunstdidaktische Wege jenseits jeder affirmativen Adaption von Schülerinnen und Schülern an eine vermeintliche Alternativlosigkeit des “Postdigitalen”. Ausgelotet wird dagegen, ob und wie etwa eine produktive Spannung zwischen Digitalem und Leiblichem nicht nur technische und mentale Mittel bereitstellen, sondern Impulse geben kann für ein selbstbestimmtes und gerade im Verhältnis zur Technik souveränes Leben – in mündiger Mitverantwortung für sich, ihre soziale Gemeinschaft sowie die lebendige und die materielle Umwelt. So eröffnet kunstpädagogische Bildung Erfahrungsräume, in denen Schülerinnen und Schüler eigene Formen des Sehens, Urteilens und Gestaltens entwickeln können, um digitalen Bedingungen nicht bloß ausgesetzt zu sein, sondern ihnen kritisch, schöpferisch und verantwortlich zu begegnen.
Bildnachweis: Bildarchiv Markus Pfänder